1972 ist mir etwas passiert, an das ich mich einfach nicht erinnern kann. Es war in Frankfurt am Main. Es gab Augenzeugen, die sich, wie sich so nach und nach zeigte, die Hauptdarsteller in einem Film waren. Und ich wurde dazu eingeladen und hatte fortan immer freien Eintritt in den aktuellen Familienkinotageshit.
Meine Rolle war damals, den Menschen zu verstehen, der immer wild fuchtelnd vor vielen anderen Menschen stand und sie daraufhin etwas zustande brachten, was mich bis zum heutigen Zeitpunkt fasziniert:

Musik... wie sie klingt und berührt

Für mich war dieser Mensch in diesen Momenten in einer anderen Welt.
Aber wo?
Jahrelang bearbeitete ich bei ihm tonale Mehrstimmigkeitsaufträge, was mir unglaublichen Spaß bereitet hat. So ganz anders als das Lernen in der Schule. Es hatte eine Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit. Ich wurde immer neugieriger auf dieses Abwesendsein und diesen Ort.

Ich fand ihn, als ich alleine nur für mich gesungen hatte. Zu diesem Zeitpunkt war ich 9 Jahre alt. Der Weg war so klar. Wie eine Straße auf der du fahren musst, die dich an einen Ort bringt - irgendwohin – du bewegst dich hin zu einem Raum, der erst völlig weiß ist, und mit der Stimme bunt wird. Das ist wie malen mit den Gedanken. Die Menschen drumherum können das vielleicht nicht sehen, aber hören und spüren. Manchmal sind die Bilder in Schwarz-Weiß. Auch gut. Es gibt ja unendlich viele Farbtöne. Und jeder Mensch hat seine eigenen.
Maler malen diese Bilder, ich stehe dann vor einem Bild und gehe hinein. Welche Kraft hat es, wie klingt es? Wieder ist da der Ort des woanders seins.
Und die Neugierde packt mich noch immer.